Globale und lokale geldwerte Schätzungen für Ökosystemdienstleistungen

 

Zahlen in Geldwert


Während die Zahl der Veröffentlichungen zur finanziellen Bewertung von Ökosystemdienstleistungen 1980 noch unter 50 betrug, gab es 2008 schon über 1700 davon. Die Vereinten Nationen führten 1993 ein statistikbasiertes Buchhaltungssystem ein (SEEA, System of Environmental-Economic Accounts), das zuletzt 2012 aktualisiert wurde und einen global einheitlichen Standard schaffen soll (1).
Eine Metastudie von de Groot (2012 (2)) beschreibt mit der Auswertung von 320 Einzelveröffentlichungen den heutigen Stand der Abschätzung global. Sie fasst die wichtigsten Biome zu zehn Gruppen zusammen, davon sechs landbasiert (wie Tropenwald oder Grasland) und vier wasserbasiert (wie offenes Meer, Korallenriffe oder Binnenland-Feuchtgebiete). Sodann werden 22 Ökosystemdienstleistungen aus den schon bekannten Kategorien Bereitstellung / Regulierung / Unterstützung / kulturelle Dienstleistung erfasst. 

 
             Geldwert von Ökosystemdienstleistungen nach Biomen
in US-Dollar/Hektar*Jahr (2007, kaufkraftbereinigt)
grau: Wertebereich der Einzelstudien; Stern: Mittelwert; in Klammern: Zahl der Studien

Biome v. o. n. u.: Offenes Meer; Gestrüpp; Grasland; gemäßigter Wald; Flüsse und Seen; tropischer Wald; Binnenfeuchtgebiete; Küstensysteme; Küstenfeuchtgebiete; Korallenriffe
Quelle: de Groot 2012 (2)
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Die Studie ergibt Mittelwerte zwischen etwa 490 US-Dollar / (Hektar*Jahr) für offenen Ozean bis zu 350 000 US-Dollar / (Hektar*Jahr) für Korallenriffe. Liest man den Gesamtmittelwert über alle Biome grob und konservativ mit 1000 US-Dollar ab, ergibt sich mit der Fläche der Erde (ohne Antarktis) ein Betrag von 39 Billionen US-Dollar pro Jahr an Ökosystemdienstleistungen, der in Relation zum globalen Bruttosozialprodukt von 54 Billionen US-Dollar (2007, ohne Kaufkraftausgleich, (3)) gesetzt werden kann. Das Ergebnis liegt größenordnungsmäßig im selben Bereich wie die nahezu erste Studie dieser Art von 1997 (Costanza, s. vorige Seite).
Details zeigt die Tabelle mit den Mittelwerten aller Ökosystemdienstleistungen pro Biom, sowie die vollständige Veröffentlichung

Im Folgenden werden einzelne Fallbeispiele in Kurzform aufgezählt. Referenzjahr und Bestimmungsdetails werden nur ausnahmsweise genannt, ebenso die Originalquelle. Die Zahlen sind teilweise gerundet und vereinfacht, meist stammen sie aus der Zeit 2000-2010. Sie müssen logischerweise untereinander nicht konsistent sein. Die Beispiele sollen nur ein Gefühl für Größenordnungen vermitteln. 

1. Beobachtete geldwerte Zahlen, z. B. aus Märkten oder bereits internalisierten Kosten

  • Medizinische Ressourcen: 160-320 Mrd. US-Dollar beträgt der jährliche Umsatz an Pharmazeutika aus genetischen Quellen (4).
  • Erholung: Der Markt für Ökotourismus wird auf 100 Mrd. US-Dollar geschätzt (4) und wächst um 20 % jährlich (etwa sechsmal rascher als die globale Wirtschaft) (5).
    In den USA betragen die Ausgaben für naturnahe Erholung (inklusive Jagd und Fischerei) etwa 122 Mrd. US-Dollar, knapp ein Prozent des BIP (2006) (5).
    Die touristische Erschließung der Naturschutzgebiete an der Westküste der Südinsel Neuseelands schafften lokal 15 % mehr Arbeitsplätze und 10 % mehr Einnahmen (meist für Tourismus) in der Höhe von 220 Mio US-Dollar / Jahr (2004) (5).
    Der Tourismus in den Schutzgebieten Boliviens unterstützt 20 000 Arbeitsplätze (5).
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          Schellfisch-Fangmengen um Fangverbotszone
    Nordwestatlantik, vor Neuenglandstaaten, USA
    Quelle: (5)
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  • Nahrung: Der globale Fischfang-Primärumsatz beträgt 86 Mrd. US-Dollar. Bei nachhaltiger Befischung sei ein Potenzial von weiteren 50 Mrd. US-Dollar hebbar (4).
    Acht Jahre nach Schaffung eines marinen Nationalparks vor Mombasa, Kenia, war die Fangrate in seiner Nachbarschaft dreimal so hoch wie weiter entfernt (5).
    73 % des US-Schellfischfanges wird innherhalb von fünf Kilometern Abstand zu einer Fangverbotszone erzielt, s. nebenstehende Abbildung (5).
    "Bio-"Lebensmittel können lose, jedoch nicht eindeutig und nicht ausschließlich, mit dem Erhalt von Habitaten, Biodiversität und Landschaft (ästhetischer Wert) verknüpft werden (siehe jedoch auch
    Landwirtschaft mit hohem Naturwert). In den letzten 15 Jahren hat sich der Weltmarkt für "Bio-"Lebensmittel vervierfacht, die in der EU bewirtschaftete Fläche verdoppelt, und der Umsatz allein in Deutschland stieg von zwei auf sieben Mrd. Euro pro Jahr (11).
  • Genetische Diversität: Die Zahl der invasiven Arten wird auf 480 000 geschätzt, mit Kosten durch den wirtschaftlichen Schaden und durch die Bekämpfung von 1400 Mrd. US-Dollar pro Jahr (fünf Prozent des Bruttosozialproduktes) (4).
    Beispiel Caulerpa taxifolia: Die aus dem Indopazifik stammende, giftige, hier so genannte "Killeralge" breitete sich seit 1984, vermutlich aus Aquarienbeständen, im Mittelmeer aus. Sie verdrängt das Seegras und damit alle davon abhängigen Tiere. In Kalifornien wurde sie im Jahr 2000 entdeckt, und gemäß einem vorbereiteten Aktionsplan bei Kosten von 2,5 Mio. Euro erfolgreich ausgerottet (5).
  • Genetische Ressourcen: Der Markt für Produkte der Biotechnologie (außer Pharma), wie Enzyme oder Mikroorganismen, beträgt 70 Mrd. US-Dollar.
    Der Saatgutmarkt umfasst 30 Mrd. US-Dollar (4)
  • Nichtgebrauchswert: Nach dem Öltankerunglück der Exxon Valdez 1989 vor Alaska, bei dem unter anderem 200 km Strand verschmutzt wurden, beinhaltete die staatliche Anklage den Ersatz von Schäden an Gebrauchs- und Nichtgebrauchswerten. Diese wurden in einer aufwändigen Umfragestudie ermittelt (18 Monate Dauer, Pilotversuche, 1600 Befragte aus verschiedenen Gruppen). Die Zahlungsbereitschaft "der Öffentlichkeit", einen solchen Schaden zu vermeiden, wurde mit 2,8 Mrd. US-Dollar ermittelt. Das Gericht legte eine Mrd. US-Dollar Strafe fest, die vom Unternehmen zu tragenden Reinigungskosten beliefen sich auf etwa zwei Mrd. US-Dollar. Interessant ist in diesem Zusammenhang die größenordnungsmäßige Übereinstimmung zwischen den real gezahlten Beträgen und der durch Umfrage ermittelten Wertvorstellung (6).


2. Schätzungen einzelner Ökosystemdienstleistungen

  • Abmilderung von Extremereignissen: Der Küstenschutz durch Mangroven und andere Feuchtgebiete wird für Malaysia auf 850, für Hawai auf 1000, global auf 200-1000 US-Dollar / (Hektar*Jahr) geschätzt (7).
  • Bestäubung: Die Bestäubung von Kaffeeplantagen in Indonesien wird durch Urwald in weniger als einem Kilometer Abstand verbessert. Der zusätzliche Wert wird mit 395 Euro / (Hektar Wald*Jahr) angegeben, entsprechend einer Ernteerhöhung von 20 % (5).
    Der wilden Bestäubung (ohne die Honigbiene) in den USA wird ein Wert von drei Mrd. US-Dollar / Jahr zugewiesen. Der globale Gesamtbestäubungswert (mit Honigbiene) wird auf 120-150 Mrd. US-Dollar / Jahr geschätzt, knapp 10 % des Gesamtmarktwertes von Landwirtschaftsprodukten (9).
    (Weitere Information zur Honigbiene siehe Apis Mellifera)
  • Klimaregulierung: Für europäische Wälder wird die CO2-Speicherung (gegenüber der ersatzlosen Abholzung) für die Breitengrade 35 bis 71 mit 250 bis 730 US-Dollar / (Hektar*Jahr) angegeben (7).
  • Spirituelle Erfahrung / Existenzwert: Eine Umfrage in Großbritannien und Italien ermittelte einen "Existenzwert" für den brasilianischen Urwald von 43 US-Dollar / (Hektar*Jahr) (Im allgemeinen basieren solche Umfragen auf dem Schema: "Wieviel wären Sie bereit, für Alternative A gegenüber der Alternative B zu bezahlen?") (4).
  • Erosionsminderung: Die geschützten Flächen Venezuelas verhindern Erosion, wodurch Sedimentation z. B. in Bewässerungsanlagen verringert wird. Der vermiedene Schaden durch Sinken der landwirtschaftlichen Erträge wird mit 3,5 Mio. US-Dollar / Jahr angegeben (4).
  • Wasserregulierung: Der Te Papanui-Nationalpark in der Lammermoor Range auf der Südinsel Neuseelands mit 220 Quadratkilometern Fläche bildet ein natürliches Rückhaltebecken. Der Wert der Mengenregulierung wird für den Betrieb von Wasserkraftwerken mit 1060, für die Trinkwassergewinnung mit 3170 und für die Bewässerung mit 410 US-Dollar / (Hektar*Jahr) angegeben (5).
    Das 30 Quadratkilometer große Muthurajawela-Sumpfgebiet nahe Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, liefert Überflutungsschutz im Wert von fünf Mio. US-Dollar / Jahr (1700 US-Dollar / (Hektar*Jahr)). Berechnet wurden Alternativkosten, für eine technische Lösung aus Abwassersystemen und Pumpstationen, mit Hilfe der Finanzzahlen eines nahegelegenen realisierten Projektes (1).
  • Abfallbehandlung: Der 40 Quadratkilometer große Nakivubo-Sumpf oberhalb Kampala in Uganda reinigt unbehandeltes Wasser aus Siedlungen und Industrie. Eine technische Alternative (Latrinenbau, Wasserbehandlungsanlagen, Leitungssystem) würde zwei Mio. US-Dollar / Jahr kosten. Der Erhalt des Sumpfgebietes kostet um 235 000 US-Dollar / Jahr. Mit dieser Informationsbasis wurden Trockenlegungspläne zu den Akten gelegt und eine Grünzone definiert (8).
  • Nahrung und Rohmaterial: Der Wald im Mittelmeerraum liefert außer Schnittholz Produkte wie Brennholz, Kork, Futter, Pilze, Honig und anderes. Der Wert hierfür beträgt durchschnittlich 39 Euro / (Hektar*Jahr) (Im Süden 54, im Osten 20 Euro) (6).
    Der Wert von Nicht-Holz-Waldprodukten wird global auf 1-100 US-Dollar / (Hektar*Jahr) geschätzt. In ärmeren Regionen kann dies 40-60 % des Einkommens ausmachen (4)



3. Schätzungen von Biomen

       
           Ökosystemdienstleistungswerte
                         für Urwald
    US-Dollar / Hektar;grün: Nahrung;
    violett: Rohmaterial; rot: Erosionsverhinderung; blau: Biodiversität; gelb: Tourismus
    in Klammern: Zahl der Studien

    Quelle: (6)
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  • Tropischer Urwald: Für Kamerun wird der nachhaltige jährliche Hektar-Wert für Schnittholz mit 560, Brennholz 61, andere Produkte 41-70, Überflutungsschutz 24 und Klimaregulierung 840-23000 US-Dollar angegeben (4).
    Das Leuser-Ökosystem im Norden Sumatras, Indonesien, mit 25 000 Quadratkilometern Fläche, davon 9000 Quadratkilometer Naturpark und UN-Weltnaturerbe, ist mit seinen Urwaldflächen das größte noch vorhandene Rückzugsgebiet für den gefährdeten Orang-Utan. Eine Gesamtkapitalbetrachtung (NPV, net present value) über 30 Jahre errechnete für die Abholzung einen Wert von 7 Mrd., für die nachhaltige Nutzung von 9,1 Mrd. und für den entnahmefreien Erhalt von 9,5 Mrd. US-Dollar. Den Verlust von zwei Mrd. US-Dollar hätte zum größeren Teil die lokale Bevölkerung zu tragen, nur zum kleineren Teil die Holzindustrie (5).
    Statistische Zahlen für fünf ausgewählte Dienstleistungen des tropischen Urwalds zeigt die Graphik rechts (5). Die starken Streuungen sind durch unterschiedliche Lokationen und Bewertungsmethoden bedingt.
  • Mangroven: Für Thailand wurde die Alternative "Shrimp-Farm oder Mangrovenerhalt" betrachtet. Die Garnelenfarm würde 9600 US-Dollar / (Hektar*Jahr) einbringen, allerdings ohne Kosten für die Verschmutzung, inklusive Subventionen und ohne Verpflichtung zur Wiederaufforstung nach Abriss der Anlage. Unter Korrektur der ersten beiden Posten blieben noch 1200 US-Dollar Gewinn, inklusive Wiederanpflanzungskosten wäre es ein Verlustgeschäft mit minus 8100 US-Dollar / (Hektar*Jahr). Als Alternative brächte die Erhaltung für Holz- und andere Produkte 580, als Fischgrund 990 und für den Sturmschutz 10800, gesamt 12400 US-Dollar / (Hektar*Jahr). Im Gegensatz zur Shrimp-Farm bliebe der Ertrag im wesentlichen bei der lokalen Bevölkerung (4).
  • Inland-Feuchtgebiete: Das Muthurajawela-Feuchtgebiet in Sri Lanka wird bezüglich seiner jährlichen Leistung für Landwirtschaft / Fischfang / Feuerholz auf 150, für den Überflutungsschutz auf 1910, für die Wasserreinigung auf 650 und für den Klimaschutz auf 100 US-Dollar / Hektar geschätzt (5).
    Das Daly-River-Einzugsgebiet in Australien mit 3500 Quadratkilometern Fläche wird für die Grundwasserbereitstellung und die Krokodiljagd mit 27, für den Tourismus inklusive Sportangeln mit 50 und für die Wasserentnahme und Kohlendioxidspeicherung mit 260 US-Dollar / (Hektar*Jahr) bewertet (8).
  • Korallenriffe: Ihr Wert wird für Flut- und Sturmschadensminderung auf bis zu 190 000, für den Tourismus auf bis zu über 100 000, als genetische Datenbank bis 57 000, und für den Fischfang bis 3800 US-Dollar / (Hektar*Jahr) geschätzt (5). Korallenriffe sind durch Erhöhung der Wassertemperatur (Kipp-Ereignis), durch Versauerung und durch lokale Schäden wie z. B. Dynamitfischen gefährdet.
  • Torfgebiete: In Deutschland sind noch ein Drittel der Überflutungszonen von Flüssen aktiv. Diese halten jährlich 42 000 Tonnen Stickstoff und 1200 Tonnen Phosphor zurück. Die Ersatzkostenberechnung (Bau und Betrieb von entsprechenden Wasseraufbereitungsanlagen) weist diesem Düngerrückhalt einen Wert von 252 Mio. Euro bzw. 72 Mio. Euro / Jahr zu.
    Die zwei Drittel trockengelegten Überflutungszonen bestehen zu 7 % aus Torfboden, der jedoch 70 % des Boden-Kohlendioxid-Gehaltes enthält. Durch intensive Bewirtschaftung wird dieser Torf aerob abgebaut und erzeugt 2,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Dies entspricht jährlichen Kosten von 25 (bzw. 175) Mio. Euro bei einem CO2-Preis von 10 (bzw. 70) Euro pro Tonne (1).
    Global bedecken Torfgebiete nur 3 % der Landoberfläche, enthalten jedoch 30 % des an Land gebundenen Kohlenstoffs (entsprechend etwa 5000 Gigatonnen (109) CO2, vergleiche
    Wald als Kohlenstoffspeicher), doppelt soviel wie alle Wälder. Durch Feuer, Abbau und Trocknung (welche die aerobe Zersetzung ermöglicht) werden jährlich drei Gigatonnen CO2 freigesetzt, mehr als 10 % der fossilen Verbrennung (1). Dies entspricht einem Verlust von Torfgebieten von 0,06 % pro Jahr. Aus den oben genannten Zahlen lässt sich eine CO2-Speicherung von durchschnittlich 13 000 Tonnen / Hektar Torfboden berechnen (zehnmal so viel wie auf derselben Waldfläche gespeichert ist). Bei CO2-Preisen von 10 (bzw. 70) Euro / Tonne hat ein Hektar Torfland damit bezüglich der Klimaregelung (CO2-Sequestrierung) einen Gesamtkapitalwert von 130 000 (bzw. 910 000) Euro / Hektar.

 
4. Übergreifende Schätzungen

  • Der Ream-Nationalpark im Süden Kambodschas, mit 150 Quadratkilometern Landfläche und 60 Quadratkilometer marinem Habitat, leistet einen Wert von 29 US-Dollar / (Hektar*Jahr) durch Bereitstellung von Fisch und anderen Subsistenzgütern, sowie von 14 US-Dollar / (Hektar*Jahr) für Sturm- und Erosionsschutz (4).
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          Gesamtkapitalerträge von Konservation und Umwandlung
                                     für sieben Fallstudien

    US-Dollar / Hektar; Grün: Konservation; rot: Umwandlung
    weitere Erläuterung s. Text; Quelle: (5)
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  • Weltweit gibt es heute etwa 120 000 geschützte Gebiete, die 13,9 % der Landfläche, 5,9 % der Küstengebiete und 0,5 % Hochsee bedecken. Ihre Unterhaltskosten werden mit 6,5-10 Mrd. US-Dollar jährlich angegeben.Für einen effektiven Unterhalt - für die Entwicklungsländer wird ein Defizit von 70 % abgeschätzt - wären 14 Mrd. US-Dollar erforderlich, mit einer Schutzfläche von 15 % (Land) und 30 % (Küste und Hochsee) (5).
  • Handlungsalternativen: Sieben Fallstudien in unterschiedlichen Ländern, siehe Graphik rechts, bewerten den Gesamtkapitalertrag (NPV, net present value) der Erhaltung bzw. der Nutzungsänderug eines Gebietes. Dabei schließt "Konservation" die nachhaltige Entnahme von Marktprodukten wie Schnittholz, Fisch, andere Waldprodukte sowie Tourismus ein, und "Umwandlung" bedeutet Ersatz des natürlichen Ökosystems durch intensive Landwirtschaft, Wasserwirtschaft oder Holzeinschlag (5).
  • Tropische Küste: Belize im karibischen Mittelamerika hat etwa 390 km Küstenlinie. Diese ist fast durchgehend mit Mangroven bewachsen und ihr vorgelagert ist das zweitgrößte Korallenriffsystem der Erde (nach dem Great Barrier Reef, Australien) (10). Die zugeordneten Ökosystemdienstleistungen umfassen 170 Mio. US-Dollar / Jahr für den Tourismus (13 % des BIP), für den Fischfang 15 Mio., sowie für Erosionskontrolle und Wellenabtragsminderung 290 Mio. US-Dollar / Jahr. Die Summe ergibt etwa 1,2 Mio. US-Dollar / (Küstenkilometer*Jahr) (1) 
     




Quellenangaben und Anmerkungen
(1) TEEB, "The Economics of Ecosystems and Biodiversity for Water and Wetlands", 2013
(2) R. de Groot et al., "Global estimates of the value of ecosystems and their services in monetary units", Ecosystem Services 1: 50–61 (2012)
(3) Bundeszentrale für politische Bildung, 2009
(4) TEEB, "The Economics of Ecosystems and Biodiversity; National and International Policy-Making", 2010, Kap. 1
(5) TEEB wie (4), Kap. 10
(6) TEEB wie (4), Kap. 4
(7) TEEB 2008, " The Economics of Ecosystems and Biodiversity; An Interim Report"
(8) TEEB wie (4), Kap. 2
(9) TEEBB wie (4), Kap. 3
(10) Wikipedia
(11) FAZ vom 4.2.14, "Biobauern fürchten die Verschärfung der EU-Auflagen"



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