Ohne Planet B: Der Mensch zerstört die Biosphäre und damit seine Lebensgrundlage

 

Der Mensch als Schädling


Juni 2019 

 
                                                          Fussgängerübergang in Tokio
Quelle: IPBES 2019 (1)
































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Wir haben nur eine Erde, und die wird langsam eng, weil wir sie übervölkern und dabei die Ressourcen überlasten und zerstören - dieser Gedanke ist heute Allgemeingut.

Er ist jedoch nicht neu.

  • Bereits 1962 schrieb die US-Amerikanerin Rachel Carson ihr berühmtes Buch "The Silent Spring" (Der stumme Frühling), in dem sie den unverantwortlichen Einsatz von Herbiziden und Pestiziden anprangert. Damals wurde z. B. das heute verbotene DDT flächendeckend in der USA-Landwirtschaft ausgebracht, zum unkontrollierten Schaden für Mensch und Tier. Das Buch wird häufig als Geburtsstunde der Umweltbewegung bezeichnet.
  • 1968 erschien das Buch "Population Bomb" (Bevölkerungsbombe) von Paul Ehrlich, in dem er Hungersnöte innerhalb der nächsten 20 Jahre vorhersagte. Dies trat wegen der sogenannten Grünen Revolution, der Zucht von Getreidearten mit höherem Ernteertrag für die tropischen Länder, dann nicht ein. Heute hoffen die Wachstumsoptimisten, dass die weiter wachsende Weltbevölkerung per Gentechnik oder per Algenzucht ernährt werden könne.    
  • 1972 befasste sich die Studie "Die Grenzen des Wachstums" des "Club of Rome" mit den Themen Überbevölkerung, Nahrungsmittelerzeugung, Ressourcenknappheit, Industrialisierung und Zerstörung von Lebensraum.
  • Der Klimawandel, hervorgerufen durch Überlastung der "Abfallgrube" Atmosphäre mit dem infrarotabsorbierenden Treibhausgas Kohlendioxid (Erhöhung seit Beginn der Industriellen Revolution um 1750 von rund 250 auf 405 ppm (Stand 2017)) löste die erste nennenswert globale Umweltproblemdiskussion aus (2).
  • Die Biodiversität ist aktuell zumindest in den westlichen Ländern unter dem Schlagwort "Bienensterben" in die Öffentlichkeit getreten, wobei das Insektensterben (inklusive der Wildbienen) gern vermischt und verwechselt wird mit dem epidemieartigen Völkersterben der Honigbiene (Spezies Apis melifera) vor allem 2006-2008 in den USA, aber auch in Europa.  


Das allgemeine Themenfeld der Biodiversität und der Habitate,

  • dass die Natur dem Menschen "Ökosystemdienstleistungen" erbringt, die in Geld ausgedrückt hohe Werte erreichen,
  • dass wir beim Raubbau der Naturressourcen hohe, jedoch nicht dem Erzeuger oder Konsumenten zugeordnete Kosten (sogenannte "externe Kosten") auf andere Menschen, auf andere Kontinente und in die Zukunft verlagern,
  • dass wir die Grundlagen für unseren eigenen Wohlstand zerstören und ein menschengemachtes Artensterben ausgelöst haben mit steigender Tendenz,

dieses Themenfeld ist aus dem Schatten der Klimawandeldiskussion noch nicht deutlich hervorgetreten, obwohl es vergleichbare, wenn nicht größere negative Konsequenzen für Mensch und Natur haben wird. 

Die folgende Seite soll sich diesem Thema von der politischen Seite nähern.









Quellenangaben und Anmerkungen
(1) IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) (deutsch: Weltbiodiversitätsrat), Bildmaterial zu globalem Zustandsbericht 2019
(2) Es gab bereits vorher ein Umweltproblem, das global adressiert wurde, nämlich das - gesundheitsbedrohende - Ozonloch, das durch FCKW (Fluorkohlenwasserstoffe) und ähnliche Chemikalien verursacht wird. Dieses Problem wurde erfolgreich gelöst. Allerdings waren nur relativ wenige Akteure (Länder und Firmen) betroffen, im Gegensatz zum CO2-Problem.