Die Unzufriedenheit der Bürger angesichts der Ungewissheit - besonders auch bezüglich des zweiten Gleises - wächst.

 


 

Neuer Kampf um Lärmschutz
 

1. Bezirksbeiratssitzung mit Information der DB zu passiven Schallschutzmaßnahmen, sowie Diskussion über aktive Maßnahmen

Im Juli 2013 wurde auf einer öffentlichen Bezirksbeiratssitzung von der DB Projektbau vorgestellt, wie passive Lärmschutzmaßnahmen - in Einklang mit dem Lärmsanierungsprogramm - in Neuostheim umgesetzt werden sollen.
Als Neuheit wurde informiert, dass, seit 2013, nicht nur ein Raum pro Wohneinheit, sondern alle im Tagesablauf regelmäßig benutzten Zimmer mit Schallschutzfenstern, Lüftung und ggf. Dachdämmung bezuschusst werden.
In einem kurzen Abriss zur Geschichte des Neuostheimer Projektes wurde auch dargestellt, dass eine 2,0 oder 2,5 m hohe Standardwand (gemessen ab Schienenoberkante; brutto ca. 3,0 bis 3,5 m Höhe) 6-8 dB Schallschutz liefern würde.
           Was die anwesenden Neuostheimer Bürger jedoch vordringlich interessierte, war der aktive Lärmschutz insbesondere für die geplante Situation mit zwei Gleisen, die für 2015 vorgesehen sind.
Eine neugegründete Bürgerinitiative (BI) "Lärmschutz Neuostheim 2013", die eine Standardlösung favorisiert, sowie die BI "Innovativer Lärmschutz Riedbahn Ost / Neuostheim" forderten ein Konzept und eine Lösung der DB.
"Man müsse laut CDU-Stadtrat [Steffen Ratzel] darüber nachdenken, ob vielleicht eine transparente Wand das Problem einer Verschattung lösen könne. 'Wenn es so, wie es versucht wurde, eben nicht geht, dann müssen wir nach einer anderen Lösung suchen, die aber konsensfähig sein muss', forderte Ratzel unter dem Beifall der rund 80 Zuhörer im Gemeindesaal von St. Pius."
            Die BI "Innovativer Lärmschutz" forderte weiterhin im Rahmen der Planung der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim eine Direkteinfahrt für Güterzüge in den Güterbahnhof von Südosten, um den auf der Neubaustrecke geplanten Nacht-Güterverkehr aus dem gesamten - dichtbewohnten - Stadtbereich und damit auch von Neuostheim fernzuhalten.  
Pressenotiz "Turbulenzen  beim Lärmschutz" 


2. Formulierung Neuostheimer Forderungen an die DB

Einige Tage später trafen sich Vertreter der beiden BI's unter Moderation von Stadtrat Ratzel, um eine Konsensforderung gegenüber der Bahn zu formulieren.
Diese ist auszugsweise wie folgt zitiert:

 
  Vertreter beider BI's und Moderator nach dem Konsenstreffen
Quelle: Ratzel 2013

"Beide BI fordern die Bahn daher gemeinsam auf, zeitnahe Vorschläge zu unterbreiten, wie mit aktiven Lärmschutzmaßnahmen unter Berücksichtigung der spezifischen örtlichen Verhältnisse ein bestmöglicher Lärmschutz erreicht werden kann. Dabei soll die Bahn in ihre Vorschläge bereits die stärkere Belastung der Anwohnerschaft durch die künftige Nutzung des 2. Bahngleises und die mögliche höhere Zugfrequenz durch die noch stärkere Nutzung des Streckenabschnitts „Östliche Riedbahn“ in die europäische Haupttraversale Rotterdam-Genua mit einbeziehen.
     Sofern die Subventionierung von passiven Lärmschutzmaßnahmen (z.B. Lärmschutzfenstern) durch die Bahn in Neuostheim dazu führen würde, dass die Bahn danach keinen weiteren aktiven Lärmschutz mehr installieren würde, fordern wir für die passiven Lärmschutzmaßnahmen ein Moratorium, bis effektive aktive Lärmschutzmaßnahmen verwirklicht sind."
kompletter Text des Ergebnisprotokolls


3. Pressenotiz zur gemeinsamen Haltung für die Forderung nach besserem aktiven Lärmschutz

Im Mannheimer Morgen erschien ein Artikel zu dem oben genannten Konsenstreffen der beiden Bürgerinitiativen.
Neuer Kampf um Lärmschutz
In Bezug auf die Wünsche der BI's hinsichtlich der technischen Ausführung des Lärmschutzes wurde leider eine nicht zutreffende Aussage gemacht, deren Gegendarstellung folgt:

Gegendarstellung an die Mannheimer-Morgen-Reaktion
'In dem o.g. Artikel hat sich leider ein bedauerlicher, da sinnentstellender Fehler eingeschlichen. Die Aussage "Die Neuostheimer wollen nun doch lieber auf herkömmlichen Lärmschutz umschwenken - und fordern die bewährte Lärmschutzwand am Bahndamm entlang der Karl-Ladenburg-Straße" ist  im Zusammenhang mit den "vereinigten Bürgerinitiativen" falsch.
Richtig ist, dass die neue BI "Lärmschutz Neuostheim" eine klassische Lärmschutzwand favorisiert, während die BI "innovativer Lärmschutz" einen gleichwertigen Lärmschutz fordert unter zusätzlicher "Berücksichtigung der spezifischen örtlichen Verhältnisse", d. h. der Lage der Anlieger direkt am und unter dem Bahndamm.
Der Konsens der beiden Bürgerinitiativen, eine technikoffene Forderung nach angemessenem Lärmschutz insbesondere auch unter Berücksichtigung des zweiten Gleises an die Deutsche Bahn zu richten, ist in dem Ergebnisprotokoll der gemeinsamen Besprechung, das von Stadtrat Steffen Ratzel moderiert wurde, und das Ihnen vorliegt, beschrieben:
"Beide BI fordern die Bahn daher gemeinsam auf, zeitnahe Vorschläge zu unterbreiten, wie mit aktiven Lärmschutzmaßnahmen unter Berücksichtigung der spezifischen örtlichen Verhältnisse ein bestmöglicher Lärmschutz erreicht werden kann".'


4. Information von der Bahn

Der Konzernbeauftragte der Bahn für Baden-Württemberg Fricke informierte auf Anfrage durch den Stadtrat Ratzel, dass die Umsetzung der passiven Schallschutzmaßnahmen nach Lärmsanierungsprogramm ausgesetzt seien, um eine schalltechnische Untersuchung abzuwarten, die das zweite Gleis im Rahmen des Projektes "2. Baustufe S-Bahn Rhein-Neckar" berücksichtigen solle. Er bot ein moderiertes Gespräch zur Erläuterung der Planung für beide Bürgerinitiativen an.
Originaltext
 


5.
Klarstellung

Nach Erarbeitung des Konsenspapiers zu einer gemeinsamen Position (s. o. Absatz 2) wurde von dritter Seite eine Unterschriftensammlung durchgeführt, die sowohl den technikoffenen Konsenstext als auch die Forderung nach einer konventionellen Lärmschutzwand enthielt. Wir halten dies für unglücklich, da widersprüchlich und damit mißverständlich. Wir distanzieren uns hiermit von einer Gleichsetzung dieser beiden Forderungen.



Stand Dezember 2013