Die Elster Fridolin als temporärer Familiengast

 

Appenzeller Sennenhund contra Elsterjunges
 
 

Was spielt sich auf dem Foto ab?
 

Appenzeller Sennenhund Edi und Jungelster Friedolin, Mannheim 1997



Beide haben die Begegnung überlebt!
Das flugunfähige und offensichtlich von den Eltern aufgegebene Elsterküken wurde von einem Familienmitglied gefunden, und ein mehrwöchiges Abenteuer begann. Wir stellten schnell fest, dass eine Elster gern Fleisch frisst, am besten lebend. Der Komposthaufen wurde auf Schaben, Würmer, Ameiseneier und ähnliche Delikatessen geplündert, in den ersten Tagen durfte das Menu auch püriert sein!
Der Vogel war sehr zutraulich und definierte alle umgebenden Lebewesen als Familie, darunter auch unseren Appenzeller Sennenhund Edi. Vermutlich wegen der schwarz-weiß-(braunen) Färbung kam dieser dem Elternschema am nächsten und wurde deshalb aggressiv um Nahrung angebettelt (die Erklärung des Fotos). Edi als Hütehund fand sich mit dieser Rolle mit einiger Verlegenheit zurecht.

Elstern gehören zu den intelligentesten Vögeln, was Fridolin zeigte:

  • Spieltrieb und Neugier: Ein volles Bierglas mit Schaum mußte mit Begeisterung umrundet, angepickt, von allen Seiten betrachtet und angeflattert werden - und schlug die danebenliegende Tafel Schokolade mit Stanniolpapier deutlich.
  • "Unrechtsbewußtsein": Als er schon fliegen konnte, kam der Esstisch in Reichweite, dort war offenbar die Butter der größte Leckerbissen. Fridolin wußte, dass er nicht drandurfte (wir hatten ihn ein paarmal weggejagt), deshalb ließ er es sein ( er saß manchmal gesittet am Rand des Tisches, während wir aßen), aber sobald keiner im Raum war, zeugten Krallen- und Schnabelspuren auf der Butter von seinen Missetaten.
  • Personenerkennung: Fridolins Heim war eine Kiste auf dem Balkon. Zwei Wochen, nachdem er flügge geworden war, flog er davon, ein paar Häuser weiter. Nachbarn sichteten ihn, und eine unserer Töchter ging ihn suchen. Er flog quasi spontan auf deren Schulter und ließ sich wieder nach Hause tragen. Dies wiederholte sich auch mit anderen Familienmitgliedern noch wenige Male, bis er endgültig in seine natürliche Umgebung entschwand.

 

Hier geht es zum Fotoalbum:      Fridolin