Dawkins arbeitet mit dem Gefangenendilemma, deshalb wird es als erstes erläutert

 

1. Gefangenendilemma - Erklärung des Spiels

 

Das "Gefangenendilemma" in seiner Originalform wurde in den 1950er Jahren erfunden und ist ein klassischer Baustein der Spieltheorie.
Das Spiel geht so:
Zwei Ganoven wurden ins Gefängnis gesteckt und stehen unter dem Verdacht, gemeinsam eine Straftat begangen zu haben. Sie können nicht miteinander kommunizieren, werden aber über die folgenden Regeln informiert. Wenn beide dicht halten, bekommen sie beide aufgrund der Indizien je 2 Jahre Gefängnis. Wenn einer den anderen verpfeift, der andere aber nicht aussagt, wird der erste als Kronzeuge freigelassen, der zweite erhält die volle Strafe von 5 Jahren. Wenn beide sich gegenseitig beschuldigen, beträgt das Strafmaß je 4 Jahre.
Wie verhalten sich die Ganoven?
Man kann das Spiel einmal spielen, mit einer festgelegten Zahl von Runden, oder auch mit einer offenen (den Spielern unbekannten) Zahl von Runden.

 

  B kooperiert B verweigert
A kooperiert -2/-2 -5/0
A verweigert 0/-5 -4/-4

 

Die Matrix zeigt die Ergebnisse (Jahre Gefängnis). Spielwesentlich ist, dass für den Einzelnen die Summe "ich kooperiere" niedriger liegt als die Summe "ich verweigere" (-2 -5 = -7 gegen 0 -4 = -4), und dass die Summe für beide zusammen in der Reihenfolge kooperieren/kooperieren - kooperieren/verweigern - verweigern-verweigern abfällt, hier mit -4 / -5 / -8.

Wie man leicht erkennt, liegt das gemeinsame Optimum im Kooperieren, insbesondere und auch wenn mehrere Runden gespielt werden. Das "Dilemma" liegt im Risiko, übers Ohr gehauen zu werden, was in der (Spiel-)Praxis auch zur Doppelverweigerung führen mag, was für beide Spieler ein Nachteil ist.
D. h. egoistisches Handeln führt zu einem für das Individuum schlechteren Ausgang.

Im nächsten Schritt benutzt Dawkins das Spiel, um Verhaltensevolution zu beschreiben.

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Riesenmuräne (Gymnothorax javanicus) mit gewöhnlichem Putzerlippfisch (Labroides dimidiatus), Rotes Meer, 2007





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