Aus dem Glück der Befreiung die Pflicht der Verantwortung: Die Rede zur Bundespräsidentenwahl 2012

 

Joachim Gauck: Was für ein schöner Sonntag

Sonntag, den 18. März 1990, wählte der 50jährige Gauck das erstemal in seinem Leben in einem demokratischen System, und wurde in dieser Volkskammerwahl für das Bündnis 90 selbst gewählt, die Volkskammer, die den Beitritt zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 beschließen würde.
Er war Pastor und Kirchentagsorganisator, kein Kommunist aber wohl auch kein Kämpfer der ersten Stunde; 1990 bis 2000 sollte er die "Gauck-Behörde" leiten, die die Stasi-Unterlagen verwahrte und zur Verfügung stellte - eine Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit.
Sonntag, den 18. März 2012 wurde er zum Bundespräsidenten gewählt.


Zwei Zitate aus seiner kurzen Antrittsrede:

"...ich habe damals [18.März 1990] gefühlsmäßig bejaht, was ich mir erst später theoretisch erarbeitet habe, dass aus dem Glück der Befreiung die Pflicht, aber auch das Glück der Verantwortung erwachsen muss." 

"...es ist unser Land, in dem wir Verantwortung übernehmen, wie es auch unser Land ist, wenn wir die Verantwortung scheuen. Bedenken sollten wir dabei: Derjenige, der gestaltet, wie derjenige, der abseits steht, beide haben sie Kinder. Ihnen werden wir dieses Land übergeben. Es ist der Mühe wert, es unseren Kindern so anzuvertrauen, dass auch sie zu diesem Land 'unser Land' sagen können."


Zum vollständigen Wortlaut der Antrittsrede

 

Kommentar: Der Leser möge probehalber im zweiten Zitat "unser Land" durch "unsere Erde" ersetzen.