Internationale Politik für und gegen Klimaschutz

 

Politik und Klimaschutz: Spiegel der Gesellschaften

Klimaschutz ist ein typisches globales Allmendeproblem: Die direkten Verursacher des Treibhausgasausstoßes - ob auf Länder-, Industrie-, Investoren- oder Konsumentenebene - sind häufig nicht die Leidtragenden; weder räumlich (der Reiche kann sich eine Klimaanlage leisten oder wohnt sowieso in einer Gegend mit gemäßigtem Klima) noch zeitlich (was kümmert die Temperatur in 50 Jahren?).
Auf nationaler Ebene deutet jeder auf den anderen:
USA mit dem vierfachen Treibhausgasausstoß pro Kopf im Vergleich zum globalen Durchschnitt;
China, das jährlich Kohlekraftwerke mit einer Kapazität errichtet, die  höher liegt als der Verbrauch Deutschlands;
Indonesien, das durch die Urwaldabholzung für Palmölplantagen zum drittgrößten Emittenten wurde (s. faznet vom 22.6.13, "Indonesien allein für Brandrodungen verantwortlich");
usw.
Real- und Finanzwirtschaft - Kohle-/Öl-/Gaskonzerne, legale und illegale Tropenholzhändler, internationale Agrarunternehmen, Automobil- und Flugzeughersteller u. ä. orientieren sich regelmäßig nur an politischem, finanziellem, öffentlichem oder anderweitig sanktionierendem Druck.
Der Einzelne, der sich ein spritfressendes Auto zulegt, regelmäßig für Ferienreisen in den "billigen" Flieger steigt, jeden Tag Fleisch ißt, die mit den unsichtbaren externen Kosten von spezifisch hohen Treibhausgasemissionen und Umweltverschmutzung belasteten Schnäppchenprodukte aus Entwicklungs- und Schwellenländern kauft, ist sich dieser Zusammenhänge nicht bewußt oder sie mögen ihn nicht interessieren.

Die Umweltpolitik als Spiegel der Gesellschaften - welche Werte werden von wem für wichtig erachtet und innerhalb der Gesellschaft gegebenenfalls auch gegen Widerstände innen- oder außenpolitischer Natur durchgesetzt.