Erfolgsfaktoren für globale Energiewende

 

Fazit: Akteure - Bremser und Treiber - der Energiewende

 

Die Begründung für die Notwendigkeit einer "Energiewende" hängt über den CO2-Ausstoß an der Treibhausgasbilanz und damit am Klimawandelproblem. Betrachtet man die gesamten Treibhausgase, inklusive z. B. Methan und Lachgas, ist man mitten im Umfeld von Themen wie Fleischkonsum (Methanausstoß der Widerkäuer, Landflächenverbrauch, Lachgas aus Dung und Gülle), Landwirtschaft (Lachgas aus Stickstoffdünger, Eintrag von Fremd- und Schadstoffen in die Umgebung), Flächenkonkurrenz mit der Folge der Urwald(brand)rodung (CO2 und Ruß) sowie Transport (inklusive Flugverkehr mit Albedowirkung zusätzlich zum CO2-Ausstoß).
Von der Übernutzung des Schadstoffabladeplatzes "Atmosphäre" zur Flächenübernutzung der "Biosphäre" ist in der kausalen Verkettung kein weiter Weg. 
Dies sind alles typische Allmendeprobleme, auf der globalen bis zur lokalen und persönlichen Ebene.

Entscheidende Faktoren sind

  • die Bildung von Werten bzw. deren ständige Anpassung an die Istsituation
  • bei interessierten Akteuren
  • durch verfügbares Wissen
  • und einen öffentlichen Meinungsaustausch
  • auf allen (politischen) Ebenen der Gesellschaft

Akteure auf globaler Ebene: Weltöffentlichkeit und globale politische Institutionen wie die Vereinten Nationen (UN), die Nachhaltigkeit für alle Menschen fordern und nationale Egoismen anprangern.
Akteure auf internationaler Ebene: Staaten oder Staatenverbünde, die von anderen nachhaltiges Verhalten einfordern. Beispiele: Europäische Union (EU) / USA: Einforderung von Klimaschutzzielen; Singapur / Indonesien: Einforderung des Stopps der Urwaldbrandrodung; allgemein: Internationale Klimagipfel.
Akteure auf nationaler Ebene oder innerhalb von Staatenverbünden: Innenpolitische Akteure (Parteien, Lobbygruppen,Öffentlichkeit).
Beispiele: EU: Energiewendeplan 2050, CO2-Zertifikate; Kalifornien, Deutschland: Abgaswerte für PKW.
In diesem Zusammenhang ist es (für die Problemlösung) hilfreich, dass manche Effekte der Ressourcenüberlastung nicht nur global, sondern lokal wirken. Beispiele hierfür sind die Zunahme der tropischen Wirbelstürme in der Karibik, die direkt die USA bedrohen (--> Appell an nationales Kohlendioxid-Bewußtsein), der Smog in chinesischen Metropolen (--> Appell an Schadstoffreduzierung durch Kohlekraftwerke, Industrie und Verkehr), oder der jährlich in der Trockenzeit durch Massenbrandrodungen der Agrarindustrie (Palmöl) in Indonesien erzeugte "haze" (weiträumige Dunstglocke), der Gesundheit und Reputation auch in den Anrainerstaaten bedroht (--> Appell zur lokalen Kritik an internationalen Konzernen). 
Akteure auf regionaler oder Nicht-Staaten-Ebene: Gemeinden, Genossenschaften, Vereine, Stiftungen, Lobbygruppen, Nichtregierungsorganisationen (NGO).
Beispiele: Deutschland: Energiegenossenschaften, NGO Germanwatch, Stiftung DBU; Kanada: NGO Greenpeace; international: NGO Friends of the Earth (Mitglieder z. B. Pro Natura [Schweiz], BUND [Deutschland], Amigos da Terra Brasil [Brasilien]);
Persönliche Ebene: Handeln durch Diskussion und Marktverhalten. 

Eine Allmende ist erfahrungsgemäß dann überlebensfähig, wenn die Werte der "Nachhaltigkeit" (Berücksichtigung der Zukunft) und die Werte der "Fairness" (Berücksichtigen der Anderen) erfolgreich mit dem Wert des "Egoismus" (persönlicher Nutzen hier und jetzt) konkurrieren.

Technische Randbedingungen sind selten - nach Meinung des Autors auch in diesem Fall - entscheidend für die Entwicklung und den Ausgang.



PS: Die zeitnah zur Erstellung dieses Artikels vom chinesischen Parteichef und Staatspräsidenten Xi Jinping verkündeten "Sieben Sünden des Kommunisten" (FAZ vom 29.6.13) zu begehen mag ein zielführender Weg sein.
Diese lauten: Zu vermeiden ist eine öffentliche Diskussion über

- Meinungsfreiheit
- unviersale Werte
- Zivilgesellschaft
- Bürgerrechte
- Unabhängigkeit der Justiz
- Fehler der Partei in der Vergangenheit.
 





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